Performance | 6+

spinnen

Im Deutschen hat »spinnen« viele Bedeutungen. Es bezeichnet u.a. die Kunst, einen Faden herzustellen und zu ziehen, einen Gedanken zu verfolgen, zu grübeln, etwas so zu übertreiben, dass es unglaubwürdig und wunderlich erscheint, und es bezeichnet auch das Tier, vor dem sich viele Menschen fürchten. Spinnen sind Tiere, die Fäden aus sich heraus ziehen und beeindruckend schöne Netze weben können, die manchmal nur bei Helligkeit sichtbar werden.

Für unser Schulprojekt wollen wir das (Fäden)Spinnen zum Thema nehmen, um gemeinsam mit Kindern etwas zu entwickeln, was sich in den Feldern von Sprache und Tanz bewegt. Gemeinsam entwicklen wir Spiele, die auf dem Papier anfangen mit Stift, Wolle und Farben und dann in den Raum wandern mit unseren Körpern und Sinnen. Alle Kinder sind gefragt, ihre eigenen Geschichten, Gedanken, Wünsche und Erlebnisse mitzubringen und sich in ihnen zu verbinden und zu vernetzen. Wir entwickeln Tanz so im Durcheinander von Zeit, Raum und Menschen und nicht nebeneinander. Alle sind herzlich willkommen! Unsere gemeinsamen Ideen werden Netze bilden, in denen wir uns bewegen und die uns zum Tanzen bringen.

Seit vielen Jahren beschäftigen wir uns mit Stricken und Spinnen in unserer künstlerischen Arbeit. Spinnen, stricken, weben, wirken, sticken, schreiben, sprechen, erzählen, zuhören; all das bringen wir in unserer choreographischen Praxis mit, um in unserer Arbeit den Kontakt mit der Wirklichkeit zu ermöglichen und diese nicht zu verschleiern. Wirklichkeit ist ein Wirken, Realität ist eine Textur, die aus Maschen, Schlaufen, Ketten und Löchern hergestellt ist, ähnlich wie Stoffe und Kleidung, die wir auf unserer Haut tragen.

Unsere choreografische Arbeit ist ein Raum der gemeinsamen Öffnung auf solche sozialen und künstlerischen Praxen, die zunehmend aus unserer Gesellschaft verschwinden: analoge Kommunikation, Handarbeit, Tuchfühlung, Handschriften; alle sind herzlich in die öffentliche Werkstatt der Spinnerinnen eingeladen, um mit zu weben, zu sprechen und zu schreiben.

Uraufführung

28. November 2019, Freie Schule Potsdam

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Mit

Choreographie/Konzept: deufert&plischke
mit Verena Sepp

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