
20. November 2025
Wegfall der Bundesförderung 2026 gefährdet bundesweite Arbeit für junges Publikum
Das bundesweite Netzwerk explore dance – Tanz für junges Publikum erhält für 2026 keine finanzielle Unterstützung durch den Bund. Der Wegfall der Bundesmittel steht in drastischem Widerspruch zur beeindruckenden Bilanz der preisgekrönten Initiative, die seit über acht Jahren aktive kulturelle Teilhabe und Zugang zur Kunstform Tanz für Kinder und Jugendliche schafft und damit eine grundlegende und bundesweite kulturpolitische Aufgabe erfüllt.
Die Streichung der Bundesförderung trifft das Netzwerk zu einem Zeitpunkt, da es sich einer stetig steigenden Nachfrage von Schulen und Bildungseinrichtungen gegenübersieht. Erst in diesem Jahr hatte sich explore dance mit dem Künstler*innenhaus Mousonturm in Frankfurt (Main) und Perform[d]ance in Stralsund auf insgesamt sechs Partner aus sechs Städten der Bundesländer Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen erweitert, um Angebote auszubauen, Vorstellungen weiter in die Fläche zu bringen und noch mehr Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland unabhängig von ihrem Wohnort oder sozialen Hintergrund zu erreichen.
„Unsere Enttäuschung ist groß, denn ausgehend von der positiven Resonanz auch im politischen Raum waren wir sehr optimistisch, dass die erfolgreiche Arbeit von explore dance durch die Bundespolitik weiter unterstützt wird. Das ungebrochen hohe und weiter wachsende Interesse an Kooperationen und Tanzproduktionen für junges Publikum zeigt deutlich, wie wichtig der Zugang zu Kunst und Kultur gerade auch für junge Menschen und deren Stärkung als ein Publikum von heute ist, sowohl in den Städten wie auf dem Land. Das ist nun ein Schritt zurück und in die falsche Richtung. Die Förderung von künstlerischem Erleben für Kinder und Jugendliche braucht Kontinuität. Die bestehende Lücke im Kulturangebot für Kinder und Jugendliche darf nicht noch größer werden“, so die Vertreter*innen des Vorstands von explore dance, Dr. Kerstin Evert (K3 | Tanzplan Hamburg) und Sven Till (fabrik Potsdam).
Die bundesweite Arbeit des Netzwerks und zahlreiche geplante Gastspiele und Neuproduktionen für 2026 sind nun akut gefährdet. Denn obwohl das Netzwerk fortlaufende Unterstützung von Ländern und Kommunen sowie Stiftungen der inzwischen sechs Partnerstädte – Hamburg, München, Potsdam, Frankfurt (Main), Stralsund und Dresden – erhält, sind zusätzliche Bundesmittel essentiell, um neue Tanzstücke zu produzieren, nachhaltig zu touren und um Kindern und Jugendlichen in ganz Deutschland – in ländlichen wie in urbanen Räumen – die Teilhabe an künstlerischem Erleben und Zugang zur Kunstform Tanz zu eröffnen.
„Tanz-Kunst mit und für ein junges Publikum ist uns gerade in dieser Zeit zu wichtig, um Sie jetzt aufzugeben. Unser Dank gilt vor allem unseren kofördernden Städten und Ländern, die explore dance seit 2018 eng begleiten und weiterhin unterstützen sowie allen Bundespolitiker*innen, die sich weiter für unser Fortbestehen einsetzen. Ebenso danken wir der Beisheim-Stiftung und der Art Mentor Foundation für die bisherige Unterstützung unserer Aktivitäten“, betonen Evert und Till.
„Gemeinsam mit dem Dachverband Tanz Deutschland, NPN Nationales Performance Netz und TANZPAKT Stadt-Land-Bund/Bureau Ritter steht explore dance als Teil der INITIATIVE TANZ für die kooperative Tanzförderung und setzt weiter auf den Bund als verlässlichen Partner für den Erhalt der international renommierten deutschen Tanzlandschaft.“
35 Tanzproduktionen für junges Publikum hat explore dance in den letzten acht Jahren bundesweit und international in Städten und im ländlichen Raum mit über 650 Vorstellungen vor jungem Publikum auf Bühnen, in Schulen, Kultureinrichtungen und im öffentlichen Raum gezeigt und durch umfassende Vermittlungsangebote wie Workshops und Probenbesuche begleitet. Auszeichnungen für herausragende Entwicklung im Rahmen des Deutschen Tanzpreises 2024 und mit dem Theaterpreis Der FAUST (2019), Einladungen von Produktionen und Choreograph*innen zur Tanzplattform Deutschland und zu internationalen Festivals, die Aufnahme in den UNESCO Staatenbericht als innovatives Beispiel für die Förderung kultureller Vielfalt sowie internationale Kooperationen zum Aufbau ähnlicher Netzwerkstrukturen zeigen, dass sich explore dance inzwischen als großes Erfolgsmodell für kooperativen Kulturföderalismus bewährt hat.
explore dance – Netzwerk Tanz für junges Publikum ist ein Zusammenschluss von fabrik Potsdam, Fokus Tanz München, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg, Künstler*innenhaus Mousonturm Frankfurt/Main und Perform[d]ance Stralsund. Das Netzwerk wird noch bis Ende November 2025 durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert; die explore dance-Aktivitäten der Projektpartner*innen werden weiterhin jeweils kofinanziert durch die Landeshauptstadt Potsdam, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, das
Kulturreferat der Landeshauptstadt München, den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums, das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, die Landeshauptstadt Dresden, die Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, die Crespo Foundation, das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern und den Landkreis Vorpommern-Rügen.
Mit Unterstützung der Beisheim Stiftung und der Art Mentor Foundation Lucerne.














