Jugendliche sitzen während eines Workshops auf einer Bühne auf dem Boden im Kreis.

Dank Bundesförderung 2024:
explore dance präsentiert fünf Uraufführungen für junges Publikum im mobilen Pop Up-Format

Fünf erfahrene Choreograph*innen und Teams sind ausgewählt, um in den vier Partnerstädten des Netzwerks München, Potsdam, Hamburg und Dresden mobile Tanzstücke für junges Publikum zu kreieren, die bundesweit gezeigt werden und niederschwelligen Zugang zur Kunstform Tanz ermöglichen.

Körper und Kosmos, Außerirdische und Hexen, Zuhause und sich wandelnde Eltern-Kind-Beziehungen – die Themen der neuen explore dance Pop Up-Produktionen sind breit gefächert.
Aus über 70 Bewerbungen wählte ein Fachgremium unter Beteiligung von Jugendlichen fünf Künstler*innen und Teams aus: Elisabete Finger, Alexander Varekhine, Caroline Beach/Saida Makhmudzade, die go plastic company und das Kollektiv ZINADA werden ihre Stücke ab Sommer 2024 in der fabrik Potsdam, am K3 | Tanzplan Hamburg, in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden sowie bei Fokus Tanz | Tanz und Schule München e.V. entwickeln und zur Uraufführung bringen.
Die Choreograph*innen treten während der Entstehung- und Probenphase in einen direkten Austausch mit Kindern und Jugendlichen und beziehen sie in verschiedenen Vermittlungsformaten wie Workshops, Probenbesuchen und Recherchesessions in ihr kreatives Schaffen ein.

In der fabrik Potsdam wird die in Berlin lebende brasilianische Choreographin und Performerin Elisabete Finger mit „Kosmokörper“ einen Zugang zur Ökologie erarbeiten und ein junges Publikum ab 7 Jahren einladen, die Verwobenheit von Mensch, Natur, Erde und Kosmos in einer Reihe von choreographischen Landschaften zu erleben.

Unter dem Arbeitstitel „Wo der Teppich Staub fängt“ befasst sich der in Kasachstan geborene und in Hamburg aufgewachsene Choreograph, Tanzpädagoge und Tänzer Alexander Varekhine mit dem fragilen Konzept eines Zuhauses. Mit seinem Team verhandelt er verschiedene (auto)biografische Aspekte des zu-Hause-seins, nach-Hause-kommens und von-zu-Hause-ausreißens auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, was dieses Zuhause eigentlich sein kann. Die Produktion für Jugendliche ab 14 Jahren wird im Herbst am K3 in Hamburg Premiere haben.

Die südkoreanischen Choreograph*innen und Tänzer*innen Jihun Choi und Jin Lee, die gemeinsam das Kollektiv ZINADA bilden, erarbeiten in München mit „WIND UND WAND“, kurz „WUW“, eine Performance für junges Publikum ab 8 Jahren. Die Metaphern des Windes und der Wand beschreiben dabei die ambivalente Beziehung zwischen Kindern und ihren Eltern aus der Perspektive von Prä-Teenagern.

In HELLERAU, Dresden entstehen zwei neue explore dance Pop Up-Produktionen:
Caroline Beach und Saida Makhmudzade konfrontieren in „Was geht, Erdling“ zwei Reisende aus dem Weltall mit den Gepflogenheiten der Erdenbürger*innen. Das Pop Up Stück für Kinder ab 8 Jahren thematisiert die Angst vor dem Anderen und gleichzeitig das große Potenzial eines Perspektivwechsels.

In ihrem Pop Up Fight for your fairytale (AT)“ für Menschen ab 12 Jahren nimmt die go plastic company die Figur der Hexe genauer unter die Lupe. Das Team um die beiden Choreographinnen und Tänzerinnen Cindy Hammer und Mandy Unger untersucht in Kooperation mit einer Gymnasialklasse aus Dresden, wie und wann die Idee der Hexe aus historischer, pop-kultureller, aber auch feministisch-politischer Sicht zur Projektions- und Verhandlungsfläche für gesellschaftliche, zeitgenössische Diskurse wird.

Das 2018 gegründete bundesländerübergreifende Netzwerk explore dance hat seit seiner Gründung neben Bühnenproduktionen bereits 19 Pop Up-Stücke produziert. Mit den fünf Neukreationen erweitert sich das Repertoire auf 24 mobile Pop Ups, die technisch unaufwändig in Schulen, Museen Galerien, Begegnungszentren oder im öffentlichen Raum, in der Stadt und in ländlichen Gebieten gezeigt werden können. Damit wird Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrem Wohnort und ihrem sozialem Kontext Teilhabe an künstlerischem Erleben eröffnet und eine entscheidende Lücke im Kulturangebot geschlossen. Die zukünftige Arbeit und das Weiterbestehen von explore dance konnten gerade erst durch den Beschluss des Bundeshaushalts und eine Zusage über neue Bundesfinanzmittel gesichert werden, allerdings zunächst nur für das Jahr 2024.

explore dance – Tanz für junges Publikum hat sich zum Ziel gesetzt, Kindern und Jugendlichen nachhaltig Zugang zu zeitgenössischem Tanz zu eröffnen und damit die Sichtbarkeit dieser Kunstform dauerhaft und gleichberechtigt neben anderen Künsten zu stärken. Durch Produktion, Vermittlung und Rezeption von Tanzstücken, die spezifisch für und im Austausch mit Kindern und Jugendlichen von etablierten Choreograph*innen entwickelt und erprobt werden, soll der Bereich Tanz im Kulturangebot für Kinder und Jugendliche auf hohem künstlerischen Qualitätsniveau bundesweit etabliert und in der kulturellen Bildung verankert werden.

Ein Booklet zum fünfjährigen Bestehen „5 Jahre explore dance – Netzwerk Tanz für junges Publikum. Wirkung, Potenziale, Perspektiven“ samt wissenschaftlicher Studie zur Wirksamkeit des Programms ist über www.explore-dance.de einsehbar.